Schule lebt

Der Tag gelebten Glaubens

von Raphael Leuer, Isabel Breuker (FOS12b4)


Der Tag des gelebten Glaubens ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Schulkalenders geworden. An einem Tag im Januar machen sich Klassen oder Jahrgangstufen aller Bildungsgänge auf den Weg, um Einrichtungen zu besuchen, in denen christlicher Glaube gelebt wird, und Menschen zu begegnen, die christliche Werte in die Tat umsetzen.

Die SchülerInnen kommen zum einen, z.B. beim Besuch des Kapuzinerklosters, mit spirituellen Aspekten des Glaubens in Berührung, lernen zum anderen aber auch seine karitativen Ausprägungen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, im Eine-Welt-Laden oder in Krankenhäusern und Hospizen kennen. Es ist vor allem die Begegnung mit Menschen, die ihren Beruf, ihre Freizeit oder ihr ganzes Leben dem Glauben und der Maxime, Gutes zu tun, gewidmet haben, die fast alle SchülerInnen beeindruckt.

Die SchülerInnen der FOS 12 besuchten am 25. Januar  Einrichtungen, die ihrem jeweiligen beruflichen Schwerpunkt entsprachen. Die Klassen 12b 1+2 mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik fuhren ins Martini-Stift nach Nottuln-Appelhülsen, einer Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, die Klassen 12b 3+4 mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege waren im Franziskushospital zu Gast, und die ‚Ernährer’ aus der 12a trafen sich mit Erwin Stroot, der verschiedene Wohnungslosenprojekte in Münster verantwortlich begleitet.

Als Beispiel für den Ablauf eines solchen Tages hier Auszüge aus einem Erfahrungsbericht der Schülerin Isabel Breucker aus der FOS 12b4:

Wir wurden von der Franziskanerschwester ( … ) begrüßt, die uns mit einem Warm-up-Lied in Bewegung brachte und auf sehr anschauliche und lebhafte Weise etwas über die Ordensgründer Franz von Assisi und Clara erzählte. Weiter ging es mit Gesprächskreisen zu zwei Themen, die wir bei der Vorbereitung des Tages ausgewählt hatten.

Die Krankenhausseelsorgerin Frau Seifert berichtete über die Begleitung von Eltern tot- oder frühgeborener Kinder und zeigte Möglichkeiten, diesen Eltern in ihrer Trauer beiseite zu stehen, und ihnen dabei zu helfen, Abschied von ihren Kindern zu nehmen. Gebetstexte, Sterbeurkunden mit Fuß- und Handabdrücken des verstorbenen Kindes oder Bilder von der Grabstelle für totgeborene Kinder auf dem Mauritzfriedhof gaben uns einen tiefen Einblick in die Arbeit der Seelsorgerin. Es war auch sehr emotional, da hier der ganze Schmerz der Eltern deutlich wurde.

Im zweiten Gesprächskreis berichtete Herr Rausch über die Pflege schwerst- bzw. todkranker Patienten auf der Palliativstation, wo er als Pflegeleiter arbeitet. Da die Stationsbetten nur teilweise belegt waren, konnte er uns bei der anschließenden Führung auch ein Patientenzimmer zeigen.

Zum Abschluss des Tages versammelten sich alle SchülerInnen mit Pater Gispert in der Krankenhauskapelle zum gemeinsamen Wortgottesdienst mit dem Thema ‚Das Leben wertvoll machen’, der im Religionsunterricht der Klasse 12b4 vorbereitet worden war. Viele nutzten den Gottesdienst, um die vielen Eindrücke zu sortieren und über den Tag nachzudenken.

Die SchülerInnen der verschiedenen Klassen nehmen die Angebote des Tages des gelebten Glaubens sehr positiv auf. Vielen gefällt es, Menschen kennenzulernen, mit denen sie normalerweise nicht in Kontakt kommen: „Sehr toll war, dass wir die Chance hatten, mit den Wohnungslosen zu reden und ihre Geschichten zu erfahren“, resümierte eine Schülerin der FOS 12a. Sie respektieren Menschen, die anders sind: „Die Ordensschwester war schon merkwürdig, aber auch witzig und ganz schön cool.“ Einigen gab der Tag aber auch Impulse, über ihre eigene berufliche Zukunft nachzudenken. Viele SchülerInnen hörten sehr genau hin, als die Betreuer des Martinistiftes über ihre Berufsbiographien und ihre Motivation sprachen, Kinder und Jugendliche in einer geschlossenen Einrichtung zu betreuen.

Der Dank der Organisatoren gilt den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der besuchten Einrichtungen, denen es gelungen ist, den Schülerinnen und Schülern den christlichen Glauben konkret und eindrucksvoll erfahrbar zu machen.





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