Ein besonderes Memory-Spiel

Schülerinnen und Schüler der Hildegardisschule in Münster überreichen den Bewohnerinnen und Bewohnern ein selbst erstelltes Memory-Spiel

„Diese Karte würde ich gerne umdrehen“, sagt die Bewohnerin und zeigt auf eine Memory-Spielkarte, die verdeckt auf dem Spieltisch liegt. Nele Wundenberg, Schülerin der Hildegardisschule und angehende Sozialhelferin, dreht die Spielkarte um. „Sie haben Glück“, freut sich die Schülerin. „Sie haben ein Pärchen!“ Nele überreicht der Seniorin eine kleine Holztafel, auf der ein Foto zu sehen ist.

„Das ist doch die Lambertikirche hier in Münster!“, staunt die Bewohnerin. Spielerisch werden Erinnerungen lebendig und schnell kommt die Jugendliche mit der Seniorin ins Gespräch.

Nele Wundenberg ist Schülerin der Hildegardisschule. Das Berufskolleg in Trägerschaft des Bistums Münster befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur DKV-Residenz. Gemeinsam mit ihren Mitschülern absolviert sie eine Ausbildung zur Staatlich geprüften Sozialhelferin. Im Unterricht hat sie sich mit Veränderungen sowie mit der Betreuung, Pflege und hauswirtschaftlichen Versorgung von Senioren beschäftigt. Sie hat erfahren, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der älteren Generation zu beachten und ihre Ressourcen bewusst zu fördern. Ein Themenschwerpunkt bildete in diesem Zusammenhang die Biografiearbeit. Norbert Nientiedt, Religionslehrer der Klasse und Schulseelsorger hat das Projekt ‚Glaubens-Memory‘ begleitet und erläutert den Sachverhalt genauer: „Biografiearbeit kann als Schlüssel zum Langzeitgedächtnis dienen. Symbole helfen beim Erinnern, besonders auch christliche Symbole. Diese gesammelten Lebenserfahrungen der Älteren sind wie Schätze, die man aktivieren kann“.

So sind die Schülerinnen und Schüler seiner Klasse auf die Idee gekommen, dieses Memory-Spiel zu entwickeln. „Alle 16 Fotos haben wir selbst gemacht und auf relativ große und stabile Holztafeln aufgebracht. Man kann die Spielkarten gut greifen und die Symbole gut erkennen. Eine Spielanleitung ist auch dabei. Die Aufbewahrung erfolgt in einem Holzkasten, den wir mit einem Foto unserer Klasse beklebt haben“.

Das Memory-Spiel soll keine Einzelaktion bleiben. Norbert Nientiedt ergänzt: „Vielleicht können wir zukünftig häufiger eine Spielrunde für die Bewohner der Seniorenresidenz anbieten. Auf diese Weise kommen die Generationen zusammen, eine Bereicherung für beide Seiten. Und schließlich gilt es, die enge Nachbarschaft zwischen DKV-Residenz und Hildegardisschule zu fördern“.

 

Beate Rößmann,Abteilungsleiterin der Sozialhelfer, 10.03.2011