"Den Tagen mehr Leben geben"

Hospiz 2

"Den Tagen mehr Leben geben - nicht dem Leben mehr Tage geben" - das ist das Anliegen von Palliativpflege und -medizin. Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, dann kann sie die Lebensqualität für Betroffene und deren Angehörigen deutlich verbessern. Was die Schülerinnen und Schüler der SoA U im Unterricht bereits theoretisch erarbeitet hatten, wurde am vergangenen Mittwoch durch einen Vortrag und ein sich anschließendes Gespräch durch praktische Erfahrungen und Berichte aus erster Hand bereichert.

 

Gabriele Senge, die Stationsleitung und Mitarbeiterin der ersten Stunde auf der PalliativeCare-Einheit der Raphaelsklinik ist, war unserer Einladung in die Hildegrdisschule gefolgt und stellte sich den zahlreichen Fragen der beiden Klassen . "Ich wusste früh, dass dieser intensive Kontakt zu den Menschen, den man in der palliativen Pflege bekommt, das ist, was mir liegt.", beantwortete sie die Frage der ihren Ausführungen gespannt folgenden Schülerinnen und Schüler, wie sie zu diesem beruflichen Schwerpunkt gekommen sei. Durch das interdisziplinäre Zusammenwirken aller Fachdisziplinen auf Augenhöhe ergebe sich ein ganz anderer Arbeitsalltag als in den meisten anderen pflegerischen Handlungsfeldern. Und so präge auch die umfassende Patientenorientierung maßgeblich die Ausrichtung des Handelns, indem die Erschaffung erhöhter Lebensqualität z.B. durch Maßnahmen der Symptomkontrolle in den Vordergrund rücke.
Auf die Frage, wie sie und ihr Team mit der belastenden Situation umgingen, wenn ein Patient dann tatsächlich versterbe, begegnete Gabriele Senge "Bei uns auf der Station wird viel gemeinsam gelacht - wir machen Witze, Späße, wir feiern gemeinsam. Und genau so weinen wir auch gemeinsam. Wichtig dabei ist uns der Austausch miteinander. Die Kommunikation im Team ob in Supervisionen und Fallbesprechungen oder einfach zwischendurch ´face to face ´ ist ein zentraler Baustein unserer Zusammenarbeit."
Wir danken Frau Senge für ihr Engagement, die eindrücklichen Berichte und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Team der PalliativeCare-Einheit der Raphaelsklinik Münster.

Karolin Kramer, 13.07.2017